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Spezielle Schmerztherapie bei der Diagnose:
POSTZOSTERISCHE NEURALGIE
Wenn der Schmerz die Hauterscheinungen der Gürtelrose überdauert, meistens nach 4-6 Wochen, dann ist die Krankheit in eine postzosterische Neuralgie übergegangen.
Die Behandlung der akuten Zoster-Erkrankung wird in www.guertelrose.net beschrieben.
Trotz Einführung der antiviralen (= gegen das Virus
gerichteten) Therapie entwickeln immer noch ca. fünf Prozent aller Patienten mit
Gürtel rose
im Anschluß eine postzosterische Neuralgie. Begünstigend für das Auftreten einer
Neuralgie (postzosterische) sind Intensität und Ausmaß der akuten Gürtelroseerkrankung,
Diabetes mellitus (= Zuckerkrankheit),
Lokalisation der
Gürtelrose
(häufiger nach
Zoster ophthalmicus
(=
Gesichtsrose))
und vor allem das Alter der Patienten.
Behandlung der postzosterische n Neuralgie:
Beim
Entstehungsmechanismus der postzosterische n Neuralgie spielen sowohl zentrale (= im Rückenmark)
als auch periphere Ner venläsionen eine Rolle. Dementsprechend werden
verschiedene Therapiemaßnahmen, die zentral oder/und peripher angreifen,
unterschiedlich erfolgreich sein (He fermann und Le
eser 1992,
Schmerzklinik Bad Mergen theim).
Die
Therapie dieser Neuralgie (postzosterische) ist äußerst schwierig und setzt große
Erfahrung voraus. Dabei ist häufig eine gezielte "Polypragmasie"
(= Durchführung mehrerer Maßnahmen gleichzeitig)
erforderlich.
Die Patienten betreiben zum Teil einen Schmerzmittelmißbrauch oder
sind gar bereits abhängig, so daß vorrangig eine Entzugsbehandlung erforderlich
ist. Infolge des chronischen Schmerzes entwickeln sich öfters psychische
Veränderungen, so daß auch psychotherapeutische Interventionen notwendig werden.
Eine systemische medikamentöse Therapie mit
Schmerzmittel nach dem WHO
(= Weltgesundheitsorganisation)
-Stufenschema sollte zumindest ab Stufe 3 (z.B. Gabe von Morphin) erst dann
eingesetzt werden, wenn die Therapie mit Psychopharmaka, Antiepileptika
(= Mittel gegen das Anfallsleiden, u.a. aber auch
gegen die postzosterische Neuralgie wirksam) und
nichtmedikamentösen Verfahren, sowie perkutaner
(= durch die Haut hindurch)
Medikamentenanwendung ausgeschöpft wurde. Antidepressiva (z.B. Doxepin,
Maprotilin) (= Mittel gegen Depression),
evtl. auch in Kombination mit
Neuroleptika
(z.B. Levomepromazin)
(= Mittel zur psychischen Behandlung, aber u.a. auch gegen die postzosterische
Neuralgie wirksam),
verschaffen Patienten mit einer postzosterische n Neuralgie häufig
Linderung. Wir bevorzugen Amitriptylin in einer Tagesdosis von bis zu 75 mg, da
es in Kombination mit Analgetika
(= Schmerzmittel),
Antiepileptika und oder
Neuroleptika stärker
wirksam ist.
Gegen die Sch merzen bei dieser Neuralgie (postzosterische) wirken am besten sog.
Antiepileptika, auch als
Antikonvulsiva bezeichnet (= eigentlich Mittel gegen die
Fallsucht, aber auch bei diesen Sch
merzen hilfreich). Als erste Wahl
gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin.
Zur Wirkstoffeinsparung und damit Reduzierung der
Nebenwirkungen kann Gabapentin oder Pregabalin bzw. Carbamazepin mit Baclofen
(= ein Mittel zur Muskelentspannung) kombiniert
werden. Manchmal ist auch die Verordnung von Keltican®
(= ein Mittel, das z.T.
Nervenschäden reparieren kann)
hilfreich.
Zur perkutanen (= durch
die Haut hindurch) medikamentösen Therapie
der postzosterische n Neuralgie eignet sich Acetylsalicylsäure
(= bekannt als Aspirin®),
wobei allerdings durch ASS eine Ablösung der Hornschicht der Haut und bei Lösung
in Chloroform dessen Leber- und Nierengiftigkeit zu beachten ist (Zenz
1994).
Capsaicin, Inhaltsstoff des spanischen Pfeffers, als Creme (0,025-0,075%)
verabreicht, kann ebenfalls schmerzlindernd wirken. Allerdings tolerieren einige
Patienten nicht die mit der Anwendung verbundenen Hautreizungen und
vorübergehende Schmerzverstärkung.
Auch eine Iontophorese
(= Verabreichung von Wirkstoffen durch die Haut mit Hilfe von Gleichstrom)
mit Vincristin, ist zur Behandlung geeignet, wenn die Her pes zos ter-Erkrankung nicht länger als 6 Monate zurückliegt (Layman
1986).
Es gibt auch ein sog.
Schmerzpflaster, das mit einem
Lokalanästhetikum getränkt ist. Das
postkartengroße, selbstklebende Hydrogelpflaster (Versatis®) enthält Lidocain
und wird auf die sch merzende Stelle
geklebt. Bis zu drei Pflaster dürfen gleichzeitig appliziert werden, auch das
Zuschneiden auf eine passende Größe ist möglich.
Akupunktur
wird in der
Literatur sehr unterschiedlich beurteilt. Nach Zenz (1994) hat diese
Therapie bei postzosterische r
Neuralgie keine bessere Wirkung als Placebo
(= Wirkstoff-freies Scheinmedikament).
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika):
Folgendes
Vorgehen hat sich bewährt: Nach einer positiven, schmerzlindernden Testblockade
wird eine Serie von
Nervenblockaden mit einem lang wirksamen örtlichen Betäubungsmittel (z.B.
Bupivacain in einer Konzentration von 0,25%)
durchgeführt, wobei anzustreben ist, die Folgeblockade immer dann anzusetzen,
wenn die vorhergegangene eben abgeklungen ist. Dazu bieten sich kontinuierliche
Verfahren mittels Kathetertechnik (=
Einpflanzung eines dünnen Kunststoffschlauch dicht an den betroffenen Nerv)
an.
Viele Autoren betonen bei der postzosterische n Neuralgie die Effektivität von Sympathikusblockaden (= Blockaden des sog. autonomes, selbständiges Nervensystem) (z.B. Auberger 1990, Hempel 1993).
Hier gelangen Sie zu weiteren Dateien, in denen eine postzosterische Neuralgie beschrieben wird:
Zoster oticus, Zoster ophthalmicus und Zoster im Gesicht
Jetzt noch gute Nachrichten für alle Schmerzpatienten
Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen. Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf, in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden. Hier gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel) (Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik) Mittlerweile gibt es diesbezüglich zwei weitere Urteile, so vom Landessozialgericht Hamburg: www.schmerzklinik.com/sozialgericht2 (Pressekommentar dazu: https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik) und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in nur 23 (!!) Tagen: www.schmerzklinik.com/sozialgericht3.
Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf der Web-Seite http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st mit, dass alle gesetzlich Krankenversicherte mittlerweile einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen.
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Aktualisiert: >06.04.2008</> kusb&
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